Der Preis eines Rassehundes

Viele Menschen schreckt beim Kauf eines Hundes von einem guten Züchter der „hohe“ Preis ab. Wenn man Pech hat, zahlt man ein Vielfaches des eingesparten Geldes später an den Tierarzt. Außerdem bin ich der Meinung das, wenn man sich ein Lebewesen anschafft nicht um Geiz ist Geil handeln sollte. Sie erwerben ein Familienmitglied an dem Sie die nächsten 10-15 Jahre oder länger ihre Freude haben.

Wie kommt der hohe Preis nun aber zustande? Sicherlich gibt es Züchter, denen es nur ums Geld verdienen geht, die Ihre Hunde unter Katastrophalen Umständen halten und Ihre Hündinnen bei der Läufigkeit belegen lassen. Für mich als Züchter dagegen stehen das Wohl meiner Hunde und die Liebe zur Rasse an erster Stelle. Man verdient kaum etwas an seinen Würfen, die Ausgaben die man hat sind hoch und das Züchten ist nur ein Hobby. 

Um züchten zu dürfen, muss man einen Zwingernamen beantragen, verschiedene Zuchtseminare besuchen. Um den Zwingerschutz zu bekommen muss der Zuchtwart sich die geplante Zuchtstätte ansehen und für geeignet halten. Wie sie sich sicher vorstellen können kostet das alles Geld.

Nur mit Zwingernamen kann man natürlich schlecht züchten. Man benötigt natürlich eine geeignete Zuchthündin. Diese muss sorgfältig ausgewählt und gekauft werden. Sie müssen den Hund aufziehen, dazu gehört eine hochwertige Ernährung, regelmäßige Besuche beim Tierarzt für Impfungen und Wurmkuren, Decken, Körbchen, Halsbänder etc.  Man besucht eine Hundeschule und geht mit dem Hund zu Ausstellungen. Man zahlt Hundesteuer, Mitgliedsbeiträge des Rassehundezuchtvereines. Der Hund braucht die vorgeschriebenen Pflichtuntersuchungen und ich lasse sie noch auf weitere Dinge im Vorfeld untersuchen um noch mehr Sicherheit meinen Welpenkäufern zu geben.

Wenn alle Untersuchungen positiv bewertet wurden wird eine Zuchttauglichkeitsprüfung abgelegt. Erst jetzt ist die Hündin soweit das man den ersten Wurf planen kann, das wäre bei einer Französischen Bulldogge im Alter von 15 Monaten. Mir ist es allerdings lieber wenn meine Hündinnen ca. 2 Jahre alt sind.

Dann beginnt die Suche nach einem geeigneten Deckrüden, damit verbunden ist natürlich die Decktaxe, Fahrtkosten und da geeigneten Rüden nicht immer direkt um die Ecke sind auch noch Übernachtungskosten. Hat man einen eigenen Deckrüden dann kommen die gleichen Kosten wie zur Aufzucht einer Hündin auf einen zu. Ist es dann soweit und die Hündin beginnt mit der Läufigkeit dann kommen Kosten für einen Abstrich und die Progesteronwertbestimmung hinzu. Nach geglücktem Deckakt wird mittels einer Ultraschalluntersuchung geschaut ob die Hündin trächtig ist. Falls die Hündin nicht aufnimmt, hat man dieses Geld umsonst investiert. Ist die Hündin trächtig, so stehen verschiedene Untersuchungen an und sie bekommt spezielles Futter, das auch häufig mehr kostet. Dann muss das Welpenzimmer eingerichtet werden. Eine Wurfkiste, ein stabiler Auslauf für den Garten, Spielzeug, Näpfe,  Flatterbänder, Tunnel, Wippe, Planschbecken, Kauknochen… Für die Geburt und die Zeit danach benötigt man eine Waage, Desinfektionsmittel viele Laken und Handtücher, eventuell eine Wärmelampe und Welpenmilch, um im Notfall zu füttern zu können und vor allem gute Nerven. Wenn es zu Schwierigkeiten während der Geburt kommt braucht die Hündin eventuell einen Kaiserschnitt. Dann die Vorstellung der Welpen zur Kontrolluntersuchung beim Tierarzt. Man benötigt spezielles Welpenfutter, Körbchen, Decken, Leinen und Halsbänder für die Welpen. Die Welpen werden geimpft, gechipt, regelmäßig entwurmt und es erfolgt eine Abnahme durch den Zuchtwart und darauf folgend die Ausstellung der Ahnentafeln. Um die eigene Zucht und den Wurf bekannt zu machen, investiert man in eine Website und Anzeigen. Die Auswahl der zukünftigen Welpenbesitzer nimmt viel Zeit in Anspruch, lange Gespräche, Besuche, auch schon vor der Geburt der Welpen. Ich stelle immer ein Starterpaket zusammen, bestehend aus Leine, Halsband, Decke, Lieblingsspielzeug, Futter und einer Welpenfibel für die neuen Hundeeltern. Hinzu kommen dann noch die Kosten für Strom, Wasser, Heizkosten, Waschmittel, Putzutensilien und Unmengen an Küchenrolle ;-)

Der Besuch von Züchterseminaren und die damit verbunden Seminar-, Anfahrts- und Verpflegungskosten.

Zum Schluss noch das wichtigste was eigentlich unbezahlbar ist, ist die 24 Stunden, 7 Tages Betreuung und die Liebe mit der man züchtet. Für mich ist das schlimmste am Züchten der Tag des Auszuges der Welpen. Mit jedem Welpen den ich abgebe, gebe ich ein Stück meines Herzens ab.

Viele Menschen glauben auch dass jeder Wurf aus 5-7 Welpen besteht. Dies ist ein Irrglaube. Man hat auch mal nur ein oder zwei Welpen in einem Wurf. Welpen kommen tot zur Welt oder sterben in den ersten Tagen. Nicht zu vergessen das durch einen Fehler den man selbst begeht oder auch der Tierarzt der komplette Wurf sterben kann und auch die Mutterhündin.